Jan Watermann

Content-Marketing gilt in Fachkreisen schon länger als eierlegende Wollmilchsau des Marketings. Dementsprechend oft versuchen sich Unternehmen daran, ihr Online-Marketing mit regelmäßigen Blogposts aufzupeppeln. Dabei gehört es zum ganz normalen Lernprozess festzustellen, dass eben nicht jeder Content positive Auswirkungen auf die eigene Online-Präsenz hat.

Ohne Content-Strategie sieht es aber tatsächlich schlecht aus. So haben etwa 75% aller Blogposts weniger als 10 Erwähnungen auf Social Media und 0 Backlinks (Buzzsumo & Moz). Um wirklich virale Inhalte zu erstellen gehört eine Content-Marketing-Strategie, die ideal auf das eigene Unternehmen angepasst ist. Wie du eine solche Strategie entwickelst, erfährst du in diesem Blogpost.

Content-Marketing-Strategie: Was versteht man darunter?

Genau wie zu anderen Elementen deines Marketingplans, gehört auch zu einer Content-Strategie eine klare Zielsetzung. Diese beschäftigt sich mit deinen Inhalten und definiert klar, wohin die Reise deines Blogs gehen soll.

Zu dem Ziel am Ende der Leiter kommen natürlich auch Umsetzungspläne, die sicherstellen, dass du von allen Inhalten profitierst. Dabei gibt es natürlich signifikante Unterschiede zwischen Videos, Blogposts, Whitepaper oder anderen Content-Elementen. Daher sind gute Content-Strategien auch variabel und lassen Räume für Anpassungen.

Dennoch gibt es drei Aspekte, die du individuell für jeden Inhalt definieren solltest:

  • Zielgruppe

Wen möchtest du mit deinem Beitrag ansprechen? Unterscheidet sich deine Zielgruppe eventuell zwischen Videoinhalten und Blogartikeln?  

  • Inhaltlicher Wert 

Content muss in erster Linie lösungsorientiert sein, damit dieser Erwähnungen und Backlinks generiert. Frage dich daher vor der Erstellung von Inhalten, ob diese deinem potenziellen Kunden weiterhelfen. 

  • Einzigartigkeit & Relevanz

Niemand möchte Inhalte konsumieren, die schon hunderte Male thematisiert wurden. Frage dich daher bei jedem Inhalt erneut: Ist dieser Content wirklich relevant für meine Kunden?

Eine Content-Strategie entwickeln und umsetzen

Für Unternehmen stellt Content-Marketing eine verlässliche Quelle für Leads und Webseiten-Traffic dar. Zudem repräsentieren Inhalte, wie bspw. Blogposts oder Erklärvideos, die eigene Marke. Das bedeutet, dass potenzielle Besucher deiner Webseite, die Kompetenz deines Unternehmens anhand der Relevanz deines Contents einschätzen können.

In der Praxis bedeutet dies: Deine Content-Strategie sollte nicht nur wachstumsorientiert sein, sondern auch einen klaren Fokus auf die Bindung deiner Besucher legen.

1) Zielsetzung  

Die Zielsetzung steht am Anfang deiner Content-Marketing-Strategie und ist besonders wichtig. Diese stellt einen Leitfaden dar und zeigt dir, ob dein Online-Marketing weiterhin auf Kurs ist. Dabei könnte deine Zielsetzung lauten: Ein Traffic-Wachstum von 50% innerhalb des ersten Halbjahres. Geht es dir primär darum, einen bestehenden Kundenstamm mit relevanten Artikeln zu befriedigen, gehört dies auch in deine Zielsetzung.  

Ein guter Content-Marketer versteht, dass die Ziele seiner Kunden so unterschiedlich sind, wie ihre Unternehmen. Lege daher im Voraus für dich fest, was du genau erreichen möchtest, bevor ich dich über die Umsetzung beraten kann.  

2) Bestandsaufnahme  

Falls du schon einen Corporate-Blog für dein Unternehmen führst, solltest du diesen unbedingt bewerten. Schaue dazu einmal neutral auf deine Inhalte und finde heraus, welche davon wirklich gute Ergebnisse erzielt haben. Oft gibt dir das Hinweise darauf, was deine Kunden beschäftigt und welcher Content für dich wirklich zieht. 

Finde dazu heraus, wo es Verbesserungspotenzial gibt und setze zusammen mit deinem Team neue Ziele. Es ist besonders wichtig, dass du dich an deinen frisch gesetzten Zielen orientierst.

3) Themenfindung

Nach einer tiefgreifenden Bestandsaufnahme solltest du dich mit der Themenfindung beschäftigen. Nicht jeder Content wird dir Leads bringen und dein Unternehmen langfristig wachsen lassen. Finde daher sorgfältig heraus, welche Themen für dich funktionieren und welche du lieber vermeiden solltest. 

Mit SEO-Tools, wie MOZ und Ryte kannst du auf deine direkten Konkurrenten schauen. Damit lässt sich einschätzen, welche Inhalte auch für dich funktionieren könnten. Copycats werden aber von Google und von dem Gesetzgeber abgestraft. Achte also bitte immer darauf, dass du nur 100% Unique-Content veröffentlichst. 

4) Implementierung in den Sales Funnel

Welche Rolle spielt Content in deinem Sales Funnel? In der Regel stehen Blogposts, Ebooks und andere Text-Ressourcen ganz am Anfang der Kundengewinnung. Videos können dagegen oft am Ende des Sales Funnels stehen und einen potenziellen Kunden auf einen Kauf vorbereiten. Ganz egal, wo die Inhalte stehen, diese sollten immer auf die Bedürfnisse der Leser eingehen. Neuer Content sollte daher unbedingt die Ressourcen bieten, die Konsumenten an der Stelle im Kaufprozess erwarten. Alles Andere könnte negativ wahrgenommen werden. 

Beispiel: Ein selbstständiger Steuerberater mit einem eigenen Steuerbüro startet einen Blog. Dieser wird vermutlich eher selten von Nutzern gefunden, die kurz vor einem Kauf stehen. Die Leser erwarten daher breitgefächerten Content: Wie kann ich steuern sparen?, Welche Freibeträge stehen Selbstständigen zur Verfügung, usw.

Eine Positionierung am Ende des Sales Funnels würden Inhalte mit einer hohen Markenpräsenz darstellen. Das können Videos sein, die über die Vorgehensweise eines Unternehmens berichten. Diese lassen sich dann mit anderen Inhalten verknüpfen, sodass dein potenzieller Kunde erst informiert und anschließend überzeugt werden kann.

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